Provaravaning - die Internet-Zeitung für den Campingfreund  
     
Auf und ab - aber wohin?
Edition by R. E. Talat-Gülman   

Es war ein zarter Hauch, der das wunde Gemüt von vielen Händler auf dem Caravansalon in Düsseldorf streifte. Allerdings nur ein kleiner Silberstreif. Die großen Hersteller lächelten mit zusammengebissenen Zähnen und versuchten das Glück herbei zu loben. Doch zu schnell war die Saison 2009 wieder zu Ende und das harte Erwachen für viele  Händlerfamilien kam sehr schnell.

Konnte man im Jahr 2009 noch halbwegs gute Umsätze machen (was nicht auf jeden Händler zutrifft), waren die Pflichtabnahmen seitens der Hersteller schon von anderem Kaliber. Was die vielen Jahre zuvor an Neufahrzeugen  aus den Farbikhallen auf den Hof tröpflte, kam oder kommt in geballter Fassung, denn die Plätze der Hersteller sind überproportional zu gut gefüllt. Da tut es dem einen oder anderen schon mal schnell im eigenen Händler-Portemonnaie recht weh, da doch recht ordentliche Summen auflaufen zur Bezahlung auflaufen. Doch es gibt auch Hersteller, die Ihre Händlerschaft unterstützen. So wurde Bürstner für seine Händlerunterstützung lobend ausgezeichnet.

Was dem einen Leid des anderen Freund sein kann, stellte sich in einer Blitzumfrage heraus, denn Jahreswagen wie Neuwagen sind noch günstiger zu haben als vor einem Jahr. Die große Chance eines Händler ist es heute an die Kunden heranzukommen, welche die miesen Zinssätze der Banken satt haben oder gar Geld an diese verloren haben und nun vor der Entscheidung stehen, was tun? "Da kann ich doch gleich meine Wünsche erfüllen, und lasse die Geld-Anlagen erst mal links liegen", hört man von einer "gutbetuchten" Klientel. Deutschland ist da keine Ausnahme, Mitteilungen aus der Schweiz sind gleichlautend!

Es gibt aber auch eine Händlerschaft, die vor Arbeit stöhnt und putzmunter verkauft als gäbe es keine Krise. Es sind derer nicht viele, aber der Grund einleuchtend. Man hat schon vor vielen Jahres seine Hausaufgaben gemacht, sich nicht in riskante Herstellerabenteuer eingelassen und vorallem keine Schulden aufgebaut. Wenn der Rücken frei ist, läßt sich vieles heben ohne dass man gleich aneckt.

Und was meint der Endverbraucher? Wie gesagt die Meinungen sind gemischt: Diese reichen "von warten wir mal ab" (... und sparen für die Not - "wie dick soll es denn noch kommen?") bis hin "da kann ich doch mal ein Schnäppchen machen" ("ganz bestimmt!"), vielleicht auch halten viele Menschen einfach nur Ihr Geld zusammen, denn wer noch vor kurzem in ein teueres Hobby investiert, fragt sich nicht selten: "Bleibe ich auch in Zukunft in Lohn und Brot?" Davon war auch ein Vorstand der Caravaningbrache nicht gefeit und durfte "freiwillig gehen".

Doch Schwarzmalen ist nicht gut für das Geschäft. Die Linie von nicht wenigen Caravaningbetrieben ist vielfach simpel: Dienstleistung steht über Verkauf. D. h. die Werkstatt wird aufgemotzt und so Zusatz-Umsätze generiert wie auch Stellplätze direkt am Betrieb angeboten. Es ist schwerer geworden aber die Verweigerungshaltung der Kunden ist bis dato nicht besondern schlimm geworden. Sollten die noch guten Arbeitsmarktzahlen, trotz Quelledisaster, knicken, dann müssen sich noch mehr in der Branche "warm anziehen". Man wünscht sich das natürlich nicht. Sehen wir etwas positiv in die Zukunft. So muss aber auch die gesamte Branche fragen wievielbeschäftigte Menschen sie denn noch vor die Tür setzen will. Die Aktienbaromenter verheißen weltweit einen leichten Aufwärtstrend, vielfach geschoben von der Hoffnung, der Ölpreis steigt (d. h. China produziert wieder etwas mehr), und auch die EU sieht mit verhaltenem Optimusmus in die Zukunft. Hoffen wir auf die Stabilität des Marktes und auf einsichtige Politiker und, dass man weltweit die Banken an eine scharfe Kandarre nimmt.

 
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Ein steiniger Weg - Setzen 6
Kaum legten sich die Rauchwolken über HYMER Frankreich etwas, schickte sich der nächste in der Caravaning-Branche an "sich in der Insolvenz neu zu organisieren". Auf gut Deutsch, man ist pleite und will sich sanieren, allerdings auf wessen Kosten bleibt dabei noch offen. Man ruft nach neuem Geld, sucht den Investor seines Glücks (zum wievielten Mal schon?) und klopft sich dabei auf die Schulter, stellt fest, dass man doch eigentlich gut war. So zuletzt geschehen bei Westfalia. Der Grund, der in der Regel immer angeführt wird, ist u.a. immer die dramatisch sich verschlechternde Marktsituation. Und gilt das für alle?
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