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Jetzt ist er Wirklichkeit der Caravan Salon 2009 und ob sich die,
die sich sonst gerne im Glorienschein Ihrs Erfolges sonnten, diesmal
bedeckt realistisch geben werden, bleibt die Frage. Den Herstellern,
Produzenten von Campingfahrzeugen und der Zulieferindustrie dürfte der
Einbruch 2009 noch in den Knochen stecken. Kleinere Unternehmen konnten
dagegen durch Ihre Individualität punkten und glänzen, bis auf wenige
Ausnahmen; sie stehen im Rampenlicht heute besser da als die Großen der
Branche. Nichts desto trotz blickt man nach vorne und macht auf Augen
zu und durch, legt sich die farbigen Hemdchen an und verneigt sich vor
den Kunden. Nun soviel Demut erwarten die allerdings garnicht. Dem
Verbraucher liegt einerseits etwas an seinem Geld, das er investieren
will und da ist das Reisemobil-Segment um die 30.000-EUR-Grenze hart
umkämpft. Viel Aufwand wird zwar getrieben, doch Sparen ist
angesagt. Es gibt mehrere Gründe warum das Geschäft noch immer am
Boden liegt und nur vereinzelt ein Lichtblick zu erkennen ist: Der
Händler hatte im Frühjahr 2009 den Hof mit Fahrzeugen voll stehen, die
teilweise noch aus dem Vorjahr 2008 waren. Ein großer z. B. Hersteller
produzierte, als hätte es keine Anzeigen für eine Krise gegeben; die
Folge seine Fahrzeuge auf Halde konnte er bald übereinander stapeln.
Nun und schließlich noch der Kunde: der hat zwar noch Lohn und Brot
(nicht unbedingt in der Caravaning-Branche - da sparte man hart an den
Arbeitsplätzen), doch die Mittelschicht verweigerte sich. Die 60.000
Euro-Kunden hielten sich bedeckt. Wer soll die Schönheiten heuer
kaufen, die sich 2009 in Düsseldorf versammelt haben? In erster Linie
die Händlergruppen der einzelnen Hersteller und in zweiter Linie der
Endverbraucher direkt am Stand. Bleiben wir bei den Händlern: Haben die
zur Zeit genügend Kapital um einzukaufen? Die gleiche Frage stellen wir
hier an den Endverbraucher! Die Antwort liegt wie immer dazwischen. Die
Händler verkaufen kreuz und quer in die Gebiete des anderen -
der Rabatt machts möglich. Die Kunden kommen entweder mit dem
"Kleingeld" in der Tasche und hoffen auf ein Schnäppchen à la Knaus
2008, oder entdeckten, dass Ihre Bank garnicht mehr so nett ist und die
Euros nicht mehr so leicht rausrückt und schon garnicht zu guten
Konditionen wie früher. Die Geldverwalter Deutschlands, die Herren
Banker ficht das natürlich garnicht an, den ein selbstständiger Händler
bekommt heute schwerer Geld als ein in Lohn und Brot stehender
Endverbraucher. Letzterer allerdings zieht die Stirn in Falten und
orakelt - "was kann da noch alles kommen?" - und hält sein Geld fest.
Schwarz
malen allein genügt allerdings nicht, den Mitleidsfaktor haben einige
Unternehmen verspielt, als sie ihre Mitarbeiter reihenweise auf die
Straße setzten. Doch immer noch lassen sich gebeutelte Hersteller zu
solchen oder ähnlichen
Kommentaren hinreißen, "Die Krise hat uns kalt erwischt". Besser wäre,
wenn sie sagen würden "Wir haben es verschlafen". Wenden wir uns also
doch wieder dem Endverbracher zu, der letzten Stütze der deutschen
Wirtschaft, der unbeholfen im finanziellen Korsett eingeschnürt nicht
weiß, wie es weitergehen soll. "Otto-Normal-Verbraucher" solls also
wiedereinmal richten: Spargroschen rauß und ausgeben, ausgeben und ...
doch halt. Der macht sich Gedanken, warum die Banker die Kohle vorne
und hinten reingeblasen kriegen, wenn sie Mist bauen und er dann noch
dafür gerade stehen darf! Bleibt
doch als Fazit folgendes: wäre es nicht im Gesamtinteresse, wenn auch
die deutsche Wirtschaft darauf schauen würde, wieviel Arbeitsplätze sie
niedermacht, denn genau diese Klientel könnte ja auch mal mit dem
Wohnwagen in den Urlaub fahren wollen, und könnte von einer Bank Geld
benötigen. Man kann den Esel nicht nur hauen, der muss auch gefüttert
werden. Das Schaufenter der Kreativen, der Caravansalon 2009,
bietet sicherlich einen Menge Neuheiten und er ist bestimmt sehenswert
für alle Campingfreunde. Innovationen wurden von vielen Hersteller
angekündigt - so bleibt abzuwarten, wie sich die große Show, eigens
arrangiert für die Camper, entwickelt: In Sack und Asche kommt wohl
keiner und im Rampenlicht wollen alle stehen. |