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In Sack und Asche oder im Rampenlicht?
Edition by R. E. Talat-Gülman (proc) | Kist | 28.08.2009   

Jetzt ist er Wirklichkeit der Caravan Salon 2009 und ob sich die, die sich sonst gerne im Glorienschein Ihrs Erfolges sonnten, diesmal bedeckt realistisch geben werden, bleibt die Frage. Den Herstellern, Produzenten von Campingfahrzeugen und der Zulieferindustrie dürfte der Einbruch 2009 noch in den Knochen stecken. Kleinere Unternehmen konnten dagegen durch Ihre Individualität punkten und glänzen, bis auf wenige Ausnahmen; sie stehen im Rampenlicht heute besser da als die Großen der Branche. Nichts desto trotz blickt man nach vorne und macht auf Augen zu und durch, legt sich die farbigen Hemdchen an und verneigt sich vor den Kunden. Nun soviel Demut erwarten die allerdings garnicht. Dem Verbraucher liegt einerseits etwas an seinem Geld, das er investieren will und da ist das Reisemobil-Segment um die 30.000-EUR-Grenze hart umkämpft.

Viel Aufwand wird zwar getrieben, doch Sparen ist angesagt.  Es gibt mehrere Gründe warum das Geschäft noch immer am Boden liegt und nur vereinzelt ein Lichtblick zu erkennen ist: Der Händler hatte im Frühjahr 2009 den Hof mit Fahrzeugen voll stehen, die teilweise noch aus dem Vorjahr 2008 waren. Ein großer z. B. Hersteller produzierte, als hätte es keine Anzeigen für eine Krise gegeben; die Folge seine Fahrzeuge auf Halde konnte er bald übereinander stapeln. Nun und schließlich noch der Kunde: der hat zwar noch Lohn und Brot (nicht unbedingt in der Caravaning-Branche - da sparte man hart an den Arbeitsplätzen), doch die Mittelschicht verweigerte sich. Die 60.000 Euro-Kunden hielten sich bedeckt. 

Wer soll die Schönheiten heuer kaufen, die sich 2009 in Düsseldorf versammelt haben? In erster Linie die Händlergruppen der einzelnen Hersteller und in zweiter Linie der Endverbraucher direkt am Stand. Bleiben wir bei den Händlern: Haben die zur Zeit genügend Kapital um einzukaufen? Die gleiche Frage stellen wir hier an den Endverbraucher! Die Antwort liegt wie immer dazwischen. Die Händler verkaufen kreuz und quer in die Gebiete des anderen - der Rabatt machts möglich. Die Kunden kommen entweder mit dem "Kleingeld" in der Tasche und hoffen auf ein Schnäppchen à la Knaus 2008, oder entdeckten, dass Ihre Bank garnicht mehr so nett ist und die Euros nicht mehr so leicht rausrückt und schon garnicht zu guten Konditionen wie früher. Die Geldverwalter Deutschlands, die Herren Banker ficht das natürlich garnicht an, den ein selbstständiger Händler bekommt heute schwerer Geld als ein in Lohn und Brot stehender Endverbraucher. Letzterer allerdings zieht die Stirn in Falten und orakelt - "was kann da noch alles kommen?" - und hält sein Geld fest.

Schwarz malen allein genügt allerdings nicht, den Mitleidsfaktor haben einige Unternehmen verspielt, als sie ihre Mitarbeiter reihenweise auf die Straße setzten. Doch immer noch lassen sich gebeutelte Hersteller zu solchen oder ähnlichen Kommentaren hinreißen, "Die Krise hat uns kalt erwischt". Besser wäre, wenn sie sagen würden "Wir haben es verschlafen". Wenden wir uns also doch wieder dem Endverbracher zu, der letzten Stütze der deutschen Wirtschaft, der unbeholfen im finanziellen Korsett eingeschnürt nicht weiß, wie es weitergehen soll. "Otto-Normal-Verbraucher" solls also wiedereinmal richten: Spargroschen rauß und ausgeben, ausgeben und ...  doch halt. Der macht sich Gedanken, warum die Banker die Kohle vorne und hinten reingeblasen kriegen, wenn sie Mist bauen und er dann noch dafür gerade stehen darf! 

Bleibt doch als Fazit folgendes: wäre es nicht im Gesamtinteresse, wenn auch die deutsche Wirtschaft darauf schauen würde, wieviel Arbeitsplätze sie niedermacht, denn genau diese Klientel könnte ja auch mal mit dem Wohnwagen in den Urlaub fahren wollen, und könnte von einer Bank Geld benötigen. Man kann den Esel nicht nur hauen, der muss auch gefüttert werden.

Das Schaufenter der Kreativen, der Caravansalon 2009, bietet sicherlich einen Menge Neuheiten und er ist bestimmt sehenswert für alle Campingfreunde. Innovationen wurden von vielen Hersteller angekündigt - so bleibt abzuwarten, wie sich die große Show, eigens arrangiert für die Camper, entwickelt: In Sack und Asche kommt wohl keiner und im Rampenlicht wollen alle stehen.

 
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Unser Kommentar

Ein steiniger Weg - Setzen 6
Kaum legten sich die Rauchwolken über HYMER Frankreich etwas, schickte sich der nächste in der Caravaning-Branche an "sich in der Insolvenz neu zu organisieren". Auf gut Deutsch, man ist pleite und will sich sanieren, allerdings auf wessen Kosten bleibt dabei noch offen. Man ruft nach neuem Geld, sucht den Investor seines Glücks (zum wievielten Mal schon?) und klopft sich dabei auf die Schulter, stellt fest, dass man doch eigentlich gut war. So zuletzt geschehen bei Westfalia. Der Grund, der in der Regel immer angeführt wird, ist u.a. immer die dramatisch sich verschlechternde Marktsituation. Und gilt das für alle?
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