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Kaum legten sich die Rauchwolken über HYMER Frankreich etwas,
schickte sich der nächste in der Caravaning-Branche an "sich in der Insolvenz neu
zu organisieren". Auf gut Deutsch, man ist pleite und will sich
sanieren, allerdings auf wessen Kosten bleibt dabei noch offen. Man
ruft nach neuem Geld, sucht den Investor seines Glücks (zum wievielten Mal schon?) und klopft sich dabei auf die Schulter, stellt
fest, dass man doch eigentlich gut war. So zuletzt geschehen bei
Westfalia. Der Grund, der in der Regel immer angeführt wird, ist u.a. immer
die dramatisch sich verschlechternde Marktsituation. Und gilt das für
alle? Nein, ganz bestimmt nicht, denn es gibt Hersteller, übrigens auch in der ach so gebeutelten HYMER-Gruppe, die eben entweder gerade noch oder bei Zeiten ihre Hausaufgaben erledigt hatten und jetzt zwar auch noch gerupft aber gar nicht desolat dastehen. Weitblick nennt man das oder auch unternehmerisches Stehvermögen, wobei beim Einen oder Anderen auch ein Un-Vermögen dazu kam. Doch lassen wir die alten "Leichen im Keller" und schauen uns Westfalia an. Der derzeit holprige Weg des Unternehmens war schon in den Jahren zuvor nicht der schnurgerade an sich und bestimmt nicht eine Superanlage für Investoren gewesen; denn man wiederholt sich mittlerweile in seinen "Geschäftserfolgen" - und zwar in der Insolvenz.
Der Insolvenzverwalter des bekannten Wohnmobilherstellers sieht recht gute Chancen für die Sanierung des Unternehmens. In der Fertigung sei man gut organisiert und vorallem seien die
Produkte hochwertig, sagte Rainer Eckert in Rheda-Wiedenbrück. "Überhänge gibt es aber in der
Verwaltung." Das Insolvenzgeld werde den Weiterbetrieb bis Ende März
sichern. "Bis dahin sollte feststehen, in welche Richtung die
Entwicklung läuft." Die Firma hatte beim Amtsgericht
Bielefeld Insolvenzantrag gestellt. Nun im Klartext heißt das für die Beschäftigten in der Verwaltung, dass so mancher Bürostuhl zum Schleudersitz wird. Bis März hat man durch das Insolvenzgeld der Arbeitsverwaltung noch eine Galgenfrist. Der einzige, der dann nicht um seine Vergütung bangen muss, dürfte neben der Geschäftsleitung auch der Insolvenzverwalter sein. Auf Rosen gebettet war Westfalia noch nie, der Geschäftserfolg ließ mehr als zu wünschen übrig und die knappe Kapitaldecke, bei vielen Firmen heute leider normal, reichte in der Krise nicht all zu weit. Hinzu kann, dass man sich seit Monaten zwischen Geschäftsführung und Belegschaft um die
Einführung eines Haustarifvertrages stritt. Im April 2009 hatte Geschäftsführer Sven Dübbers, der
erst seit Anfang 2008 im Amt ist, die Auslagerung der Produktion an
andere Standorte geprüft und die sofortige Streichung der
übertariflichen Zulage angedroht. Und nicht weit hergeholt ist die Annahme, dass die vor wenigen Wochen durchgeführte Umbenennung des Reisemobilherstellers Westfalia (der traditionsreich bis 1844 in eine Schmiede zurückblickt als Johann Bernhard Knöbeln noch den Hammer schwang und schließlich 2007 von Daimler an die Münchener Beteiligungsgesellschaft
Aurelius verkauft wurde), um den Namen Westfalia zu retten, schnell noch in CVC Camping Van Conversion umbenannt worden war. Für
dieses Unternehmen wurde gestern der Insolvenzantrag gestellt, wie vorläufiger Insolvenzverwalter Rainer Eckart bestätigte, der die
Produktion fortführen will. Es schließt sich für viele Beschäftige in der Caravaning-Branche der Kreis. Die Muster der Entlassungen ähneln sich. Wenn sich die Werktore hinter einem für immer schließen, kann man sich nichts dafür kaufen. Man hätte sich mehr unternehmerische Qualität gewünscht, nur die sieht man einem Unternehmen eben nicht gleich an, geschweige denn einem Geschäftsführer. Die Bewährungsprobe liegt in der Krise. Vielleicht sollten Vorstände und Geschäftsführer mal auch am Missmanagement beteiligt werden - das würde sicher helfen. Es gibt z. B. ein Ranking bei den Banken (für die Kunden!!), was eher weniger intelligent sich darstellt vielleicht auch durch die ausführenden Banker, es gibt Schulen wo 2 und 2 zusammengezählt wird und es gibt kurzsichtige Vorstände und Geschäftsführer - haben die da alle gefehlt oder wollte man die guten Kumpels bis zum Schluss stützen?. Setzen 6. Doch halt und wo war denn noch der Aufsichtsrat?? |